Behandlungsstrategien

Informationen rund um die Behandlung

Behandlungsstrategie für Hypoparathyreoidismus und weitere Informationen

Die seltene Erkrankung Hypoparathyreoidismus kann durch zusätzliche Behandlungsstrategien positiv beeinflusst werden. Neben einer entsprechenden Ernährung, ist auch auf eine ausreichende Zufuhr von Vitamin D und Kalzium zu achten. Außerdem kann auch eine Therapie mit Parathormon hilfreich sein. Für weitere Informationen sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt.

Ernährung

Wichtiger, aber unterschätzter Bestandteil der Therapie ist eine phosphatarme Ernährung oder das Einsetzen von Phosphatbindern. Patienten sollten sich gut mit dem Kalziumgehalt verschiedener Lebensmittel auskennen und gezielt kalziumreich essen, häufig ist damit dann nur eine geringe oder Bedarfsdosis an Kalziumsupplementen erforderlich. 

Ernährung beeinflusst Ihren Kalziumspiegel. Vitamin-D-Präparate wirken, indem Sie Ihren Körper unterstützen, das Kalzium aus der Nahrung über den Darm aufzunehmen. Sie werden möglicherweise angewiesen, sicherzustellen, dass Sie regelmäßige Mahlzeiten mit einem guten Kalziumgehalt zu sich nehmen, um den Kalziumspiegel stabil zu halten. Milchprodukte enthalten hohe Mengen an Kalzium. Es gibt jedoch viele andere Nahrungsmittel, die Kalzium enthalten und für Betroffene, die sich nicht von Milchprodukten ernähren können oder wollen, besser geeignet sind. Sprechen Sie immer zuerst mit Ihrer/m Ärztin/Arzt, bevor Sie eine Ernährungsumstellung vornehmen.

Personen mit Hypopara haben möglicherweise eine Hyperphosphatämie, also einen zu hohen Phosphatspiegel im Blut. Das bedeutet, dass Sie Phosphat in Ihrer Ernährung, wie z.B. in kohlesäurehaltigen Getränken und verarbeiteten Lebensmitteln, meiden sollten.

Vitamin D und Kalzium

Die Komplexität der Behandlung mit Kalziumsupplementen und Vitamin D erfordert eine individualisierte Therapie mit Bezug primär auf die Symptomatik und nicht ausschließlich auf die Laborwerte. Die derzeitige Standardbehandlung inkludiert nach Bedarf Kalziumsupplemente und Vitamin D (aktiv und nativ), um den Mineralstoffwechsel zu stabilisieren. Die häufigste Behandlung erfolgt durch Kalziumpräparate, die den Kalziumspiegel im Blut erhöhen. Manchmal handelt es sich um Nahrungsergänzungsmittel, die frei erhältlich sind, aber einige müssen vom Arzt verschrieben werden.

Wenn Ihr Kalziumspiegel im Blut auf einen gefährlich niedrigen Wert fällt oder Sie immer wieder Muskelkrämpfe haben, könnte dies ein medizinischer Notfall sein, bei dem eine intravenöse Gabe von Kalzium in Ihre Vene erforderlich ist. In dieser Situation wird auch Ihr Herzrhythmus aufgezeichnet, bis er stabil ist. Ihre Symptome werden überwacht, bis sie abklingen. Auch eine häufig vorliegende Hypomagnesiämie sollte substituiert werden, da Magnesium die Wirkung von Parathormon im Körper unterstützt.

Andere Behandlungsstrategien

Für PatientInnen, die Kalzium im unteren Normbereich sowie die Besserung Ihrer Symptome unter Standardtherapie nicht erreichen, wird eine Therapie mit Parathormon empfohlen, das einmal täglich selbst in das Fettgewebe unter der Haut des Oberschenkels injiziert wird. Für weitere Informationen sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt.