Diagnose

Informationen rund um die Diagnose

Diagnose von Hypoparathyreoidismus

Hypopara ist eine Erkrankung mit zahlreichen Symptomen, die deshalb auch das tägliche Leben sehr stark beeinträchtigen kann. So beeinflusst Hypopara folgende Bereiche:

  • Bewegung (Muskelkrämpfe und -zuckungen, Knochenschmerzen)
  • Kognition (Brainfog oder auch Gehirnnebel, Krampfanfälle, reduzierte Konzentrationsfähigkeit)
  • Reduziertes emotionales Wohlbefinden (Angst, Depressionen)
  • Arbeit (verringerte Geschicklichkeit, Konzentrationsschwäche, Müdigkeit)
  • Beziehung und Freundschaften (Gefühl der Isoliertheit, geringes Selbstwertgefühl, getrübte Selbstwahrnehmung)

Die Diagnose von Hypopara ist oftmals schwierig, weil die Erkrankung sehr selten vorkommt und die Symptome bei jedem Patienten unterschiedlich stark ausgeprägt sind. Eine Blutuntersuchung kann die ersten Hinweise auf Hypopara geben, die durch weitere Untersuchungen, wie einen Urintest oder die Betrachtung der persönlichen Krankheitsgeschichte, bestätigt werden kann.

Von Hypoparathyreoidismus spricht man, wenn der Blutkalziumspiegel unterhalb des Normbereiches von 2,00 – 2,30 mmol/l liegt und zusätzlich auch der Parathormon-Spiegel zu niedrig ist.

Sollte bei Ihnen Hypopara festgestellt werden, informieren Sie am besten umgehend alle Ihre Ärzte, damit Sie ohne lange Verzögerungen die richtige Behandlung erhalten.

 

Vor der Diganose

Hauptursache von Hypoparathyreoidismus ist die Entfernung oder versehentliche Verletzung der Nebenschilddrüsen während einer Operation. Das heißt, Ihr Arzt wird Sie vermutlich zu der Operation, aber auch zu ihrem allgemeinen Gesundheitszustand, Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel, die Sie bereits einnehmen, befragen. Auch andere Erkrankungen wie z.B. Nieren- oder Magen-Darm-Erkrankungen können zusätzliche Informationen für den Arzt liefern. Deshalb ist es ganz wichtig, dass Sie alle Themen direkt mit dem Arzt besprechen. Es ist auch möglich, dass Hypopara keine offensichtlichen chirurgischen Ursachen hat. Wenn Sie jung sind oder die Erkrankung bereits in Ihrer Familie aufgetreten ist, empfiehlt sich eine genetische Testung. Denn auch genetische Veränderungen können die Erkrankung verursachen.
Ihr Arzt wird Sie auch körperlich untersuchen, um Anzeichen und Symptome festzustellen. Eines der häufigsten Anzeichen für Hypopara ist die erhöhte Erregbarkeit der Muskeln. Dabei können Ihre Muskeln zucken, krampfen oder sich zusammenziehen. Um dies zu testen, wird eine Reihe von verschiedenen Untersuchungen der Muskeln und Nerven durchgeführt, wie z.B.:
  • Testen der Reflexe
  • Berühren der Gesichtshälfte: Dabei wird geprüft, ob durch die Berührung eine Zuckung hervorgerufen wird bzw. werden Ihre Muskeln auf eine gesteigerte Erregbarkeit getestet (Reflextestung)
  • Einschränkung des Blutflusses im Arm: Durch die Beschränkung des Blutflusses zeigt sich, ob die sich Hand- und Fingermuskeln zusammenziehen oder ob es zu einem Zucken kommt
  • Testen der Muskelschwäche durch einfache Aufgaben
  • Befragung hinsichtlich folgender Symptome: Kribbeln, Taubheitsgefühl, heißes oder kaltes Hautgefühl in Fingern, Zehen oder anderen Teilen des Köpers
  • Abhören von Herz und Lunge, um Anzeichen für einen unregelmäßigen Herzschlag (Arrhythmie), Atemprobleme oder Engegefühl im Rachen festzustellen
  • Kalziumablagerungen (Verkalkungen) von Augen, großen Gefäßen oder Gelenken: Die Augen werden auf Katarakt (grauer Star) untersucht
Das biochemische Hauptanzeichen für Hypopara ist ein zu niedriger Kalziumspiegel im Blut (Hypokalzämie) in Kombination mit einem zu geringen Parathormon-Spiegel. Mittels Blutprobe kann Ihr Arzt diese beiden Werte bestimmen. Es sollten mindestens 2 Bluttests gemacht werden, und das jeweils im Abstand von zumindest 2 Wochen. Wurden Sie am Hals operiert, ist es ganz normal, dass es in den ersten 6 Monaten danach zu einer natürlichen Schwankung Ihres Kalzium- und PTH-Spiegels kommt. Die Diagnose eines chronischen Hypopara kann deshalb erst dann erfolgen, wenn Sie auch 6 Monate nach der Operation einen zu niedrigen Kalzium- und PTH-Spiegel im Blut aufweisen.

Nach der Diagnose

Wenn Hypopara festgestellt wurde, empfiehlt sich die Einnahme von Kalziumpräparaten. Dies kann allerdings dazu führen, dass höhere Kalziummengen als normal über den Urin ausgeschieden werden. Unbehandelt kann das zu Komplikationen an den Nieren führen und z.B. Kalziumablagerungen in den Nieren oder Nierensteine verursachen. Eine engmaschige Überwachung des Kalziumspiegels im Urin ist deshalb besonders wichtig. So kann Ihr Arzt die Medikamente entsprechend anpassen, um die Nebenwirkungen zu reduzieren.
Auch nach der Diagnose ist es wichtig, regelmäßige körperliche Untersuchungen durchzuführen. Dabei gibt es viele Bereiche, die Ihr Arzt untersucht. Vor allem das Skelett, das häufig von der Erkrankung betroffen ist, wird überprüft. Um mögliche Kalziumablagerungen im Gehirn festzustellen, kann Ihr Arzt eine Computertomografie des Kopfes anordnen. Auch die Nieren können hinsichtlich Nierensteine oder Verkalkungen mit einem Ultraschall oder einer Computertomografie (CT) untersucht werden. Mit einer Dual-Röntgen-Absorptiometrie wird die Knochendichte bestimmt.
Die Funktion der Nieren wird mithilfe zusätzlicher Laborwerte bestimmt, die Ihr Arzt ggf. auch anordnet.